You are here: montanalingua > Evaluation > Lehrer & Erlebnispäd. > Valerie Marsac

Der schwebender Stab und der elektrische Draht

Outdoor-Spiele im Deutschunterricht: ein Erfahrungsbericht von Lehrerseite
Beispiel: der schwebender Stab und der elektrische Draht

Ich habe nun bereits wiederholt die Spiele der schwebende Stab und der elektrische Draht im Rahmen des Unterrichts durchgeführt. Diese beiden Spiele sind problemlos im Klassenzimmer durchführbar. Zielgruppe waren primär Jugendliche zwischen 14 und 18, doch die Erfahrung hat gezeigt, dass auch Erwachsene für diese Spiele zu begeistern sind.

Das große Plus an diesen Spielen ist einmal die Auflösung der Sitzordnung hin zu einem Spiel mit körperlicher Betätigung. Anders als bei diversen sprachlichen Kleingruppenarbeiten, müssen die KTs die Tische und Stühle wegräumen und sich frei im Raum bewegen, ja ihren Körper mit einsetzen (elektrischer Draht). Die Kombination aus geistiger und körperlicher Arbeit empfinden die meisten KTs als willkommene Abwechslung. Die Spiele haben einen hohen Motivationscharakter; die meisten KT lassen sich für die Spiele begeistern und suchen gemeinsam nach Lösungsstrategien. Die Spiele setzen demnach sehr viel Energie frei, was ein aktives und spannendes Arbeiten auf Seiten des Lehrers und der Schüler ermöglicht.

Neben der Verknüpfung von geistiger und körperlicher Arbeit ist die Teamarbeit bei diesen Spielen zentrales Thema. Beide Aufgaben, sowohl beim schwebenden Stab als auch beim elektrischen Draht, lassen sich nur durch ein hohes Maß an Kooperation lösen. Das Entwickeln von Lösungsstrategien im Team rückt ins Zentrum der alternativen Unterrichtsform. Und genau an diesem Punkt kommt die Kommunikation ins Spiel. Solche Lösungsstrategien können nur in ständigem Austausch von Meinungen und Ideen entwickelt werden. Die Spiele schaffen notwendige Sprechsituationen, die deutsche  Sprache ist Mittel zum Zweck. Es hat sich als wichtig erwiesen, adäquate Redemittel im Vorfeld einzuführen.
Ist das Ziel in erster Linie das Sprechen in der Fremdsprache, hat sich gezeigt, dass die Spiele vor allem für Gruppen gemischter Nationalitäten geeignet sind, da sonst zu häufig auf die Muttersprache ausgewichen wird.

Ich habe diese Spiele zuletzt mit einer geschlossenen Schulklasse aus Italien durchgeführt. In diesem Fall lag der Schwerpunkt nicht so sehr auf der deutschen Sprache als vielmehr auf der Förderung der bereits oben angesprochenen Sozialkompetenzen. Die Gruppe musste zusammenarbeiten und der herkömmliche eingefahrene Klassenverband mit ihren Cliquen konnte durchbrochen werden. Die Aufgaben wurden als Gruppe gelöst und die sonst oft am Rand der Klasse existierenden, nicht so stark integrierten Schüler erlebten sich als Teil der Gruppe und als Sieger.

Ich kann das Durchführen dieser Spiele nur empfehlen.

 

Valérie Marsac